Der Kampf gegen den Krieg wird immer dringlicher
Bericht des Bundessprecherrates von Stephan Jegielka, Bundessprecher der KPF
Liebe Genossinnen und Genossen,
»Im Verteidigungsfall würde laut einer Umfrage nur etwa jeder Sechste für Deutschland ohne Zögern zur Waffe greifen. ›Auf jeden Fall‹ sind 16 Prozent dazu bereit, weitere 22 Prozent würden dies nach eigener Einschätzung ›wahrscheinlich‹ tun. Das ist das Ergebnis einer Befragung des Meinungsforschungsinstituts Forsa für das Redaktionsnetzwerk Deutschland. Die klare Mehrheit von 59 Prozent wäre hingegen ›wahrscheinlich nicht‹ oder gar nicht dazu bereit. Bei Frauen liegt dieser Anteil sogar bei 72 Prozent Gleichzeitig hält mehr als jeder Vierte es für sehr oder eher wahrscheinlich, dass Deutschland in den nächsten fünf Jahren militärisch angegriffen wird«.[1]
Auch für den aktuellen, die vergangenen sieben Monate seit unserer letzten Bundeskonferenz am 12. April umfassenden, Berichtszeitraum gilt: Das Gros unserer Anstrengungen war darauf gerichtet, die programmatischen friedenspolitischen Grundsätze der Linken umzusetzen und zu verteidigen; gegen jene außerhalb und in unserer Partei, die nach einer Verharmlosung der NATO und der Militarisierung der EU streben und die den deutschen Militarismus nicht mit der notwendigen Konsequenz anprangern und bekämpfen.
Diesen Kampf zu führen bedeutet – verkürzt und auf das Umfrageergebnis von Forsa bezogen – alles dafür zu tun, die Lüge über einen Angriff auf Deutschland in den nächsten fünf Jahren zu entlarven und die existierende Mehrheit jener, die es ablehnen, im sogenannten deutschen Interesse zur Waffe zu greifen, zu vergrößern.
Friedenspolitische Grundsätze bewahren
Die in den kommenden zwei Jahren stattfindende Programmdebatte wird das Hauptfeld des Kampfes um den Erhalt unserer friedenspolitischen Grundsätze sein. Ellen, Mitglied der Programmkommission, wird hierzu heute in einem gesonderten Beitrag bisherige Erfahrungen darlegen und entsprechende Schlussfolgerungen vorschlagen, die auch in dem Euch vorliegenden Beschlussantrag fixiert sind. Mit dem Papier »Programmatische Erfordernisse im Kampf um den Weltfrieden«[2] des Bundessprecherrates, welches wir am Weltfriedenstag veröffentlichten und in den September-Mitteilungen dokumentierten, sind die Kernpositionen der KPF zu den aktuellen Erfordernissen im Ringen um den Erhalt der friedenspolitischen Prinzipien unserer Partei jedem bekannt, der diese kennen will.
Prinzipiell setzte sich der Bundessprecherrat auch mit dem am 24. September 2025 erschienenen Dokument »Gemeinsamer Aufruf des Forums Demokratischer Sozialismus und des Netzwerks Progressive Linke. Die Erneuerung der Linken organisieren«, auseinander, welches auf einem Bundestreffen des fds am 29./30.11.2025 in Leipzig besprochen werden soll.[3] Wir haben unserem Papier die polemische Überschrift verliehen: »›Rot-Rot-Grün – was sonst?‹ Oder: Wie Die Linke Antifaschismus organisieren soll, ohne den Kampf gegen den deutschen Militarismus zu führen.«
Mitteilungen verbreiten
Diese beiden KPF-Dokumente sind, wie alle Beschlüsse, die wir fassen, in unseren Mitteilungen veröffentlicht. Mit den Mitteilungen der Kommunistischen Plattform besitzen wir ein qualifiziertes und qualifizierendes Instrument für unser politisches Wirken. Sie halten über jegliche KPF-Erklärungen – insbesondere über die Sprecherratsberichte und die auf KPF-Bundeskonferenzen gefassten Beschlüsse – auf dem Laufenden. Sie dokumentieren unsere Vorbereitungen von Parteitagen und anderer wichtiger Treffen der Linken. Sie mobilisieren zu verschiedenartigsten Veranstaltungen. Unsere Autoren, die keinen Cent dafür verlangen, schreiben zu diversen außen- und innenpolitischen Themen, über Geschichte und Kultur.
Wie oft wird auch von Genossinnen und Genossen der KPF bildungspolitische Arbeit in der Partei gefordert. Die Mitteilungen liefern politische Bildung mit marxistischer Grundausrichtung. Im August 2026 existiert unser Heft seit 35 Jahren. Es ist jeden Monat erschienen; auch in den Jahren der Pandemie. Und es bietet – wir sagen das nicht aus eitlen Beweggründen – Monat für Monat Qualität. Dafür gibt es drei Gründe: Für uns schreiben hervorragende Autorinnen und Autoren. Ihnen gebührt unser großer Dank. Zweitens: Wir planen in Absprache mit den Autoren ein Jahr im Voraus und schaffen so ein Verhältnis zwischen langfristig gesicherten Beiträgen, die das Gerüst des Heftes bilden, und operativen Reaktionsmöglichkeiten zu aktuellen Themen, innerparteiliche Fragen inklusive. Der dritte Grund sind die Spenden und der fiskalische Anteil der Partei an der Finanzierung unseres Heftes sowie die ausschließlich ehrenamtliche Arbeit der Macher und Verbreiter des Blattes. Unser besonders herzlicher Dank geht heute stellvertretend an Volkmar Vogel, Stephan Jegielka und Michael Schneider.
Also alles Bestens? Nein. Wir kommen seit Jahr und Tag nicht über eine bestimmte, bei weitem nicht ausreichende, Zahl von ständigen Leserinnen und Lesern hinaus. Die spürbare Erweiterung der Leserschaft kann nicht durch die Bundes-KPF gewährleistet werden. Hier sind die Landessprecherräte in der Verantwortung und wir bitten gerade im Kontext mit der begonnenen Programmdebatte diese Verantwortung stärker wahrzunehmen. Dazu haben wir uns auf der Bundeskoordinierungsratssitzung am 4. Oktober 2025 erneut verständigt. Noch ein Wort zur Spendensituation. Auf der Bundeskonferenz im November 2024 haben wir – aufgrund allseits steigender Kosten – die Erhöhung unseres Spendenaufkommens von 20.000 auf 25.000 Euro beschlossen. Per 31. Oktober 2025 beträgt unser Spendenaufkommen 19.154 Euro. Wir bitten darum, in allen Bundesländern die notwendigen Anstrengungen zu unternehmen, unser Ziel zu erreichen.
Friedensfrage spielte maßgebliche Rolle
Ein wesentlicher Teil unseres Wirkens seit der Bundeskonferenz im April war die Vorbereitung des Bundesparteitages am 9. und 10. Mai dieses Jahres. Unsere am 11. Mai veröffentlichte Parteitagseinschätzung »Die Linke ist Friedenspartei und muss es bleiben!«[4] hat sich als zutreffend erwiesen. Erinnert sei an die wichtigsten Aussagen:
»Der Chemnitzer Parteitag – 93,7 Prozent der gewählten Delegierten nahmen daran teil – verlief in kulturvoller, sachlicher Atmosphäre. … Die Delegierten handelten mit großer Souveränität. …
Uneingeschränkte Zustimmung erhielt auch der vom Parteivorstand eingereichte Leitantrag ›Wir sind die Hoffnung!‹. Im Vorfeld des Parteitages waren 217 Änderungsanträge gestellt worden, darunter vier von der KPF initiierte – unterstützt von der Sozialistischen Linken, der BAG Frieden und internationale Politik, der BAG Selbstbestimmte Behindertenpolitik, dem OV Berlin Marzahn-NOW, der Landesarbeitsgemeinschaft »Auch wir sind die Linke – Treptow-Köpenick« sowie von 28 Parteitagsdelegierten. Alle vier Änderungsanträge wurden sinnwahrend teilübernommen.
Die Verhandlungen zu Teilübernahmen erfolgten während des laufenden Parteitages selbst, nachdem es auf entsprechenden Verhandlungen im Vorfeld des Parteitages seitens des Vorstandes so gut wie keine Kompromissbereitschaft gegeben hatte.
Es ist gut, dass unsere besonders auf die Bewahrung der programmatischen, friedenspolitischen Grundsätze zielenden Änderungsanträge zum Bestandteil des Leitantrages wurden. Aber wir dürfen uns keinen Illusionen hinsichtlich der bevorstehenden programmatischen Debatte hingeben. Einiges spricht dafür, dass der Umgang mit unseren Änderungsanträgen und auch mit den friedenspolitischen Anträgen auf durchaus taktischen Erwägungen der Vorstandsmehrheit beruhte. Es sollte wohl noch vermieden werden, dass die in der Linken nach wie vor existierenden essenziellen Differenzen in der Friedensfrage vor laufenden Kameras bezeugt werden.
Die Mehrheiten wurden dennoch im Verlaufe des Parteitages stetig deutlich. Im Rahmen der auf nur 90 Minuten angesetzten Generaldebatte äußerten sich 25 Genossinnen und Genossen. Bei 12 von ihnen spielte das Friedensthema eine maßgebliche Rolle und mit einer Ausnahme (Brigitte Forßbohm aus Wiesbaden) sprachen alle im Sinne der in unserer Partei geltenden friedenspolitischen Prinzipien. Auch die Annahme des Antrages ›Vertreibung und Hungersnot in Gaza stoppen – Völkerrecht verwirklichen!‹ oder des Antrages ›Gegen eine Wiedereinführung der Wehrpflicht und anderer Zwangsdienste – für die Selbstbestimmung der Jugend!‹ zeugten von der Lebendigkeit dieser Prinzipien in der Linken. Wir müssen wohl auch künftig damit leben, dass einige – vor allem außerhalb der Partei – dies alles nicht zur Kenntnis nehmen und der Linken absprechen, Friedenspartei zu sein, weil manche führende Protagonisten in regelmäßigen Abständen gegen friedenspolitische Beschlusslagen verstoßen.
Um Missverständnisse an dieser Stelle zu vermeiden: Wir wissen, dass solche führenden Genossinnen und Genossen innerparteilich einflussreich sind und über entsprechende Mittel verfügen, ihren Einfluss zu bekräftigen. Und wir haben nicht nur einmal das Messen mit zweierlei Maß erlebt. Die einen dürfen gegen geltende Beschlüsse verstoßen; die anderen nicht. Wir sind uns dieser Tatsachen bewusst und gerade deshalb ist uns jeglicher nicht bilanzierter Optimismus fremd; aber ebenso wenig waren und sind wir bereit, positive Entwicklungen zu negieren.«
So weit aus unserer Einschätzung des Chemnitzer Parteitages.
Zusammenwirken linker Zusammenschlüsse
Ein Grund für positive Entwicklungen in unserer Partei, die – das liegt in der Natur der Sache – vor allem auf Parteitagen sichtbar werden, liegt im koordinierten Zusammenwirken verschiedener linker Kräfte unserer Partei. Wir halten die Formulierung »linker Flügel« für überhöht und bevorzugen die des Zusammenwirkens linker Kräfte. Seit Beginn dieses Jahres haben wir an neun digitalen bzw. Präsenztreffen teilgenommen und uns inhaltlich und organisatorisch eingebracht. Besonders wichtig sind Präsenztreffen in Vorbereitung und unmittelbar vor Beginn von Parteitagen, die aktuelle Abstimmungen zum gemeinsamen Agieren ermöglichen.
Wir möchten heute, nicht um die Bedeutung dieses Agierens abzuschwächen, wohl aber, um Illusionen vorzubeugen, hinsichtlich des zukünftigen Zusammenwirkens linker Kräfte folgendes anmerken: Natürlich gibt es auch innerhalb der linken Kräfte Meinungsverschiedenheiten, kleinere – die sind zu vernachlässigen – und grundlegendere. So teilen wir nicht den Standpunkt, dass die internationalen Prozesse Ausdruck des Kampfes verschiedener imperialistischer Blöcke um die Neuaufteilung der Welt sind. Wir teilen vielmehr die diesbezüglich in den September-Mitteilungen im Beitrag von Moritz Hieronymi »Über ein Imperium und zwei Hegemonen«[5] dargelegten Positionen, die sich weitgehend mit den entsprechenden Passagen aus dem dokumentierten Interview mit Alexander Charlamenko[6] decken.
Wir leiten von solchen Meinungsverschiedenheiten nicht ab, dass wir uns erst unter den linken Kräften einigen müssen, bevor wir in die Auseinandersetzung zum Beispiel mit den Protagonisten der »Progressiven Linken« eintreten. Im Gegenteil: Wir werden uns und wir müssen uns in bestimmten Fragen nicht einigen und der Versuch, es dennoch zu tun, führt zur Beschäftigung mit uns selbst und zieht Kräfte für die dringlichsten Auseinandersetzungen ab. Die müssen auf den Kampf gegen die Erlangung der Kriegstüchtigkeit gerichtet sein, also gegen das gefährliche Wiedererstarken des deutschen Militarismus und gegen die »moderne« Bedrohungslüge und damit gegen die geschichtsvergessene Russophobie. In diesen Punkten herrscht weitgehende Einigkeit und um die geht es primär. In diesem Sinne werden wir auch weiterhin das solidarische, respektvolle Zusammenwirken mit Zusammenschlüssen und Gruppierungen wie BAG Betrieb & Gewerkschaft, Cuba sí, AKL, BAG FiP, SL sowie ['solid] und SDS produktiv mitgestalten.
Solidarität und Internationalismus
Eine grundlegende Position, die wir uns auf die Fahnen geschrieben haben, ist der Kampf gegen die Russophobie. Dazu verpflichten uns die Geschichte und ebenso der Kampf um den Weltfrieden. Der Hass auf Russland ist die ideologische Basis für die Kriegsvorbereitung nicht nur hierzulande. Aber hierzulande ist er besonders verdammenswert. In unseren Mitteilungen haben wir uns diesem Thema besonders gewidmet; so in dem sehr aufschlussreichen Artikel von Ulrich Schneider »Tag der Befreiung / Tag des Sieges«[7]. Es war für alle Kommunistinnen und Kommunisten, nicht nur in der Linken, ein Herzensbedürfnis, anlässlich des 80. Jahrestages der Befreiung vom Faschismus der Befreier zu gedenken, besonders der gefallenen Sowjetsoldaten. An ungezählten Gedenkstätten fanden wir uns ein. Und am 6. und 8. August waren viele von uns anwesend auf Veranstaltungen, auf denen der Opfer des US-amerikanischen Bombenabwurfs auf Hiroshima und Nagasaki 80 Jahre nach dem Abwurf mahnend gedacht wurde. Kommunistinnen und Kommunisten beteiligten sich an den Ostermärschen und an den Demonstrationen anlässlich des 1. Mai. Unsere Aktivitäten auf der Fiesta de Solidaridad am 27. Juli waren ebenso selbstverständlich wie jene anlässlich des Weltfriedenstages am 1. September.
Die Solidarität mit den Menschen im sozialistischen Cuba, im antiimperialistischen Venezuela und die Unterstützung aller progressiven Entwicklungen in Lateinamerika ist im Angesicht der aggressiven Kanonenbootpolitik des US-Imperiums, besonders in der Karibik, unsere internationalistische Pflicht. Und natürlich trifft das besonders auf die Solidarität mit den Menschen in Gaza und in der Westbank zu. Wir waren auf der machtvollen Demonstration »Zusammen für Gaza« am 27. September mit vielen Zehntausend Menschen. Und wir waren selbstverständlich auf den großen Friedensdemos in Berlin und Stuttgart am 3. Oktober 2025 vor Ort. Ein besonderer Dank gilt unseren Hamburger Genossinnen und Genossen, die aktiv dazu beitrugen, am 27. September die Demonstration »Nein zur NATO-Kriegsübung Red Storm Bravo – Ja zur zivilen Entwicklung« zu organisieren, an der 2.000 Menschen teilnahmen. Einiges spricht dafür, dass die Friedensbewegung an Kraft gewinnt, zum einen wegen der Lage, die den Kampf gegen den Krieg immer dringlicher werden lässt, und zum anderen, weil die Bereitschaft, einen Konsens zu finden, spürbar gewachsen ist. Desillusionierungen hinsichtlich der »Friedensliebe« der AfD tragen das Ihre dazu bei, Differenzen in puncto Bündnispolitik zu überwinden.
LL-Demonstration muss stattfinden
Nunmehr befinden wir uns in der abschließenden Phase der Vorbereitung der Demonstration im Rahmen der Luxemburg-Liebknecht Demonstration am 11. Januar 2026. Im Aufruf zur Vorbereitung der Demonstration heißt es unter anderem:
»Wenn wir, Linke unterschiedlicher Strömungen, ihrer (Rosas und Karls) auf der Demonstration im Rahmen der Luxemburg-Liebknecht-Ehrung am 11. Januar 2026 kämpferisch und friedlich gedenken, dann verbindet sich für uns diese Ehrung untrennbar mit dem heutigen Kampf dafür, dass wir nicht die letzten Menschen sein werden. …
Nach zwei verlorenen Kriegen erhebt der deutsche Militarismus erneut sein Haupt. Die aggressive NATO, zuvörderst die USA, hegt die neue deutsche Aggressivität nicht ein, sondern befeuert sie vielmehr. Von Kriegstüchtigkeit ist die Rede und Unsummen werden für Militarisierung und Aufrüstung gebraucht. Die stärkste konventionale Armee Europas soll die Bundeswehr werden. Zugleich wird der Ruf nach deutschen Atomwaffen wieder lauter. …
Im Mittelpunkt unserer Demonstration wird das Ringen um den Weltfrieden stehen. Wir müssen Zehntausende werden. Bitte mobilisiert … bundesweit für eine Massendemonstration gegen den Krieg.«
Seit dem 12. November wissen wir, dass die Durchführung der Demonstration ernsthaft gefährdet ist. Das Bezirksamt Lichtenberg von Berlin, speziell die Straßenverkehrsbehörde, übermittelte uns die vorläufige Absage der Gedenkveranstaltung Karl & Rosa aufgrund der nicht beendeten Bauarbeiten auf dem Vorplatz des Friedhofs der Sozialisten. Die Delegierten des Landesparteitages Die Linke Berlin beschlossen am 15. November beinahe einstimmig die Aufforderung an das Bezirksamt Lichtenberg, zu gewährleisten, dass die Luxemburg-Liebknecht-Ehrung am 11. Januar 2026 traditionell stattfinden kann. Den Beschluss des Landesparteitages dokumentieren wir in den Dezember-Mitteilungen. Wir tun gemeinsam mit dem Landesvorstand der Berliner Linken und der Linken-Fraktion in der BVV Lichtenberg alles, um das Blatt noch zu wenden. Und die jüngsten Signale sprechen dafür, dass das gelingt.
Zur Demonstration mobilisieren – gerade jetzt
Am 6. September und am 4. Oktober befasste sich der Bundeskoordinierungsrat der KPF mit den Aufgaben in Vorbereitung der LL-Demonstration. Die Debatte verdeutlichte, dass zu den besagten Terminen die Mehrzahl der Landessprecherräte noch nicht mit der Vorbereitung der Demonstration begonnen hatte, einige jedoch schon. Wir waren uns im Ergebnis der Diskussion einig, dass es in der weiteren Arbeit besonders auf folgende Schwerpunkte ankommt, die wir heute wiederholen möchten, weil sie auch in den verbleibenden sieben Wochen bis zum 11. Januar 2026 wesentlich bleiben:
Entscheidend sind der Kontakt und das Zusammenwirken mit allen Strukturen, die – wie wir – zur LL-Demonstration mobilisieren. Gemeinsam an logistischen Voraussetzungen für die Mobilisierung zu arbeiten, bedeutet eine Optimierung der Vorbereitungsarbeit. Dabei muss man sich nicht um Inhalte streiten, sondern vielmehr alles dafür tun, den Bündnisaufruf vom 29. September 2025 zu verbreiten.
In allen Bundesländern sollten wir uns um Abstimmungen mit den betreffenden Landesvorständen und auch mit Kreis-, bzw. Bezirksvorständen unserer Partei bemühen. Die Diskussion am 6. September verdeutlichte, dass die Bereitschaft, die Vorbereitung der Luxemburg-Liebknecht-Ehrung, die Demonstration eingeschlossen, sehr unterschiedlich ausgeprägt ist. Umso wichtiger ist es, das Gespräch zu suchen, um möglichst zu Absprachen zu gelangen.
KPF-Landeskonferenzen, Landesparteitage, Kreis- und Bezirksversammlungen und weitere Parteiveranstaltungen sollten unbedingt genutzt werden, um den Bündnisaufruf zu verteilen und für die Teilnahme an der Demonstration zu werben.
Wir sollten gezielt daran arbeiten, dass alle Publikationsmöglichkeiten, die in der Partei existieren, für die Mobilisierung zur LL-Demonstration genutzt werden.
Inhaltlich müssen wir uns überall darauf konzentrieren, bewusst zu machen, dass die LL-Demonstration eine große friedenspolitische Manifestation zum Auftakt des Jahres 2026 werden muss. Es geht nicht in erster Linie um die Selbstdarstellung der an der Demonstration teilnehmenden Strukturen. Es geht – gerade im Jahr der geplanten Stationierung modernster US-amerikanischer Mittelstreckenwaffen – um eine große Manifestation für die Erhaltung des Weltfriedens.
Vorschläge an den Parteirat der Linken
Am 4. Oktober 2025 befasste sich der Bundeskoordinierungsrat mit dem Stand der Mitgliederentwicklung innerhalb der KPF. Bereits am 18. September 2025 übermittelten wir – ausgehend von einer Beratung der Zusammenschlüsse am 11. September unter Leitung von Antje Schiwatschev und Daniel Wittmer – dem Bundesgeschäftsführer ein Papier zu Erfahrungen der Mitgliederarbeit in der Kommunistischen Plattform und Vorschläge für den Parteirat der Linken. Unsere Vorschläge lauteten:
Vor dem Parteirat sollte ein prinzipielles Bekenntnis zur politischen Notwendigkeit der Existenz und Weiterexistenz der Zusammenschlüsse abgegeben werden, damit keine Spekulationen aufkommen, diese Strukturen innerhalb der Linken seien infrage gestellt. In diesem Kontext sollten die entsprechenden Inhalte der Satzung bekräftigt werden, die sich in den vergangenen circa zwei Jahrzehnten bewährt haben.
Ausgehend von der faktischen Verdoppelung der Parteimitglieder in kürzester Zeit muss allen Zusammenschlüssen die Möglichkeit eingeräumt werden, bei den Neumitgliedern für sich zu werben. Deshalb sollte es ein Moratorium geben, d.h., die jetzige Anzahl der Mitglieder sollte für zwei Jahre Grundlage für die Anerkennung eines Zusammenschlusses nach der Satzung sein.
Am 10. Oktober 2025 erhielten wir von Daniel Wittmer, kommissarischer Leiter der Bundesgeschäftsstelle, folgende Antwort, die wir Euch nicht vorenthalten wollen, weil sie unsere gemeinsame Arbeit betrifft.
»Liebe Ellen, lieber Thomas,
vielen Dank für euer Schreiben. Es ist für den Parteirat hochgestellt.
Mein Ziel ist eine Strukturierung der Arbeit der Zusammenschlüsse nach vergleichbaren/messbaren/bewertbaren Kriterien. Ich bin davon überzeugt, dass dies auch zu einer Stärkung der Rolle der Zusammenschlüsse führt.
Mir ist bekannt, dass die KPF sehr zuverlässig ihre politische Rolle ausfüllt und die organisatorischen Aufgaben sehr gut gestaltet. Euer Schreiben unterstützt unsere Intention der Schaffung von Klarheit bei Arbeitsweisen und – ich nenne es mal verkürzt – Basics der nachvollziehbaren und satzungsgemäßen Selbstorganisation.
Als KPF verwaltet ihr eure Mitglieder systematisch, eure politischen Positionen sind regelmäßig dokumentiert, ihr macht Mitgliedertreffen, werbt Spenden ein etc.
Vielen Dank, dass ihr da eines der Vorbilder im Feld der Zusammenschlüsse seid. … So strukturiert, wie die KPF es macht – ihr verwaltet Parteimitglieder und Gastmitglieder getrennt – arbeiten leider nicht alle Zusammenschlüsse.
Der Hinweis mit dem Bekenntnis zu den Zusammenschlüssen ist gut und richtig. Den werden wir weiter kommunizieren und deutlich machen. Der jetzige Prozess zu den ›Pflichten‹ dient der Klärung der ›Rechte‹, die die Zusammenschlüsse satzungsgemäß erhalten.
Mit solidarischen Grüßen
Daniel«
Die KPF stärken
Liebe Genossinnen und Genossen,
Wenn wir als Kommunistinnen und Kommunisten in der Linken unserer Verantwortung gerecht werden wollen, müssen wir unsere Anstrengungen verstärken, Mitglieder unserer Partei für die KPF zu gewinnen.
Uns geht es nicht zuletzt um Genossinnen und Genossen, die – ohne unbedingt Funktionen oder Aufgaben in der KPF wahrzunehmen – aus Solidarität mit unserem Wirken der Plattform beitreten. Das ist kein billiger Kompromiss, da wir unsere Hauptverpflichtung als KPF-Mitglieder ohnehin darin sehen, innerhalb unserer Partei aktiv zu sein.
Wir müssen Genossinnen und Genossen, von denen wir wissen oder zumindest denken, dass sie die von uns vertretenen Inhalte weitgehend teilen, persönlich ansprechen und sie bitten, eine KPF-Mitgliedschaft in Erwägung zu ziehen.
Wir müssen dort sein, wo sich Neumitglieder treffen, damit sie uns kennenlernen. Wir sollten hier besonders mit unseren Mitteilungen arbeiten, da sie unser politischer und intellektueller Ausweis sind.
Wir müssen die vertrauensvollen Beziehungen zu Mitgliedern von ['solid] und SDS ausbauen. Diese Beziehungen müssen auf Augenhöhe, ohne Belehrungen, vonstattengehen. Auf nostalgische Vorträge sollte verzichtet werden und zugleich sollten die Alten und Älteren ohne Beschönigungen, aber selbstbewusst auf Fragen zur Vergangenheit unserer Partei – auch der jüngeren nach 1990 – eingehen. Nur in solch vertrauensvoller Zusammenarbeit entwickelt sich auch die Chance, hier junge KPF-Mitglieder zu gewinnen.
Wir bitten Euch alle sehr darum, in diesem Sinne an die weitere Arbeit zu gehen.
[1] https://www.dbwv.de/aktuelle-themen/newsbeitrag/nur-16-prozent-wuerden-auf-jeden-fall-fuer-deutschland-kaempfen
[2] kpf.die-linke.de/erklaerungen/detail/news/programmatische-erfordernisse-im-kampf-um-den-weltfrieden-1/