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Mitteilungen der Kommunistischen Plattform

Wir werden Helmut niemals vergessen

Zum Tod von Helmut Müller (1930–2019)

Am 19. Juli 2019, fünf Wochen nach seinem 89. Geburtstag, verstarb unser Genosse Helmut Müller. Tiefe Traurigkeit herrschte und herrscht bei allen, die von seiner Enkelin und dann über uns von diesem schmerzhaften Verlust erfuhren.

1930 geboren, erlebte er den Faschismus als Kind und Jugendlicher in einem antifaschistisch geprägten Elternhaus in Reichenberg, heute Tschechien. Im Januar 1946 erfolgte die Umsiedlung seiner Familie nach Thüringen. Bis 1948 arbeitete Helmut in Merkers als Bauarbeiter. 1948 begann seine hauptamtliche Tätigkeit in der FDJ, später in der SED, deren Zentralkomitee er ab 1976 angehörte. Von 1971 bis 1989 war Helmut 2. Sekretär der Bezirksleitung der SED Berlin. Sein Austritt aus der PDS 1991 war keinem Gesinnungswechsel geschuldet. Helmut hat – bei aller Kritik – unserer Partei auch als parteiloser Kommunist stets die Treue gehalten. Nicht, weil er nostalgisch war, sondern weil er in der PDS und später in der LINKEN die Friedenspartei sah und die konsequenteste in den Parlamenten vertretene antifaschistische Kraft. Helmut verließ die PDS, weil ihm ein Prozess wegen »Anstiftung zur Wahlfälschung« drohte und er der Partei keinen Schaden zufügen wollte.

So war er Zeit seines Lebens. Als er, nach langen Jahren, in denen die Pflege seiner schwerkranken Frau seine ganze Kraft in Anspruch genommen hatte, sich politisch wieder konkret umsah, kam er auch zu KPF-Veranstaltungen, deren Inhalte ihm offenkundig zusagten. Später wurde er Mitglied unseres Bundeskoordinierungsrates. Als wir nach einem Genossen suchten, der sich systematisch um die Spendensituation unserer Mitteilungen kümmern könnte, kamen wir auf Helmut. Klar, dass der das konnte. Ellen, deren Chef Helmut in den zehn Jahren war, als sie der Berliner FDJ vorstand, hatte Skrupel, ihm dieses Ansinnen anzutragen. Dann tat sie es doch und sagte ihm, dass natürlich keine sofortige Antwort erwartet würde. »Wenn Ihr meint, dass ich das kann, helfe ich Euch gerne«, sagte er sofort. Und er half. Seit 2012 erbrachte die KPF stetig eine Spendensumme für die Mitteilungen von mehr als 20.000 Euro pro Jahr. Dabei arbeitete Helmut in gewohnt vertrauensvoller Weise mit seiner Org-Gruppe zusammen: Mit Uschi, Heike, Stephan und seit kurzem mit Antje. Sie und wir – der Bundessprecherrat und die Redaktion, ja die KPF insgesamt – werden von nun an ohne Helmut die Arbeit bewältigen müssen. Wir werden es in seinem Sinne tun. »Er war für mich irgendwie wie ein Vater«, sagte Uschi, als sie von Helmuts Tod erfuhr. Nicht nur ihr ging es so. Wir werden Helmut niemals vergessen.

Bundessprecherrat, Redaktion und Org-Gruppe

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