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Mitteilungen der Kommunistischen Plattform

Vor 75 Jahren wurde Paris befreit

Erhard Stenzel, Falkensee

Am 23. Juli 2019 fand in Falkensee eine von der KPF Brandenburg gemeinsam mit anderen linken Strukturen organisierte Diskussionsveranstaltung zur Verantwortung der LINKEN in Vorbereitung der Landtagswahlen statt. Eingangs sprach Ellen Brombacher. Im Rahmen der Debatte meldete sich Genosse Erhard Stenzel, Mitglied der LINKEN und der KPF, Kämpfer der französischen Resistance, zu Wort. Nachfolgend Auszüge aus seiner Rede:

Die politische Gesamtlage ist kritisch einzuschätzen. Ich halte gar nichts davon, die Finanzierung des Klima-Schutzes mit einer Steuer-Erhöhung bei Heizöl, Auto-Benzin, Flugpreis-Erhöhung, zu finanzieren. Das einfache Volk, also die übergroße Mehrheit der Bevölkerung, soll das bezahlen. Da gäbe es ganz andere Reserven. Deutschland ist reich, die Bundesrepublik wird immer reicher, auch die Bevölkerung zu einem gewissen Teil, die unteren Schichten immer ärmer. Vorschlag: die Milliardäre und die vielen Millionäre sollten eine Reichensteuer zahlen, auch die großen Konzerne und Banken. Zweite Finanzquelle: Kampf gegen die schleichende Militarisierung des Staates. Schluss mit Wettrüsten und den riesengroßen Rüstungsgeschäften. ...

Die Gefahr der Ausbreitung eines Neo-Faschismus ist, besonders in Europa, größer geworden. Hauptgegner in der BRD sind die Neonazis in Gestalt der NPD, rechts-radikaler Führungskräfte in der AfD, und viele rechts-radikale Gruppierungen wie Reichsbürger. Hier hat auch oder an erster Stelle unsere Linkspartei eine große Verantwortung. … Es geht  um sehr viel. Um eine gesicherte Zukunft ohne Nazis, ohne Faschismus.

Nach dem Hitler-Faschismus, er war das größte Verbrechen an der Menschheit im 20. Jahrhundert, gab es die Losung und Mahnung nach 1945: »Nie wieder Krieg und Faschismus.« Diese Losung ist gegenwärtig wieder hochaktuell. Ich weiß, was Krieg, Brutalität, Grausamkeit bedeutet. Wir sollten auch in hoher Verantwortung an unsere Enkel und Urenkel denken, die einmal ein friedliches, kulturvolles Leben haben sollen. 

In diesem Sinne werde ich zum Abschluss meiner Ausführung sehr persönlich. Am 25. und 26. August, also in vier Wochen, jährt sich zum 75. Mal die Befreiung von Paris. Ich habe aktiv mitgekämpft in unserer »Deutschen Kampfgruppe der Résistance-Kämpfer« und SS, Gestapo und Wehrmacht davongejagt. Es war einer meiner schönsten Tage in meinem Leben. 

Am 6. Januar 1944 wurde ich Mitglied der Französischen Kommunistischen Partei Frankreichs (FKP), damals die führende Partei in der so großen Widerstandsbewegung  Résistance. Seit dem bin ich noch Mitglied einer linken Partei, nunmehr durchgehend über 73 Jahre (FKP, KPD, SED, PDS, LINKE) und bin in allen meinen Handlungen und Funktionen Kommunist geblieben, weil mein Studium zum Diplom in Marxistischer Philosophie mein Leben beeinflusste als Anhänger und Bewunderer von Karl Marx und weil ich vor allem auch das Kommunistische Manifest als Leitfaden betrachtete. Der Kampf wird härter. Wir sollten uns als LINKE Partei unserer Verantwortung voll bewusst sein. Die Losung ist wieder aktuell geworden: Nie wieder Krieg und Faschismus!          

Ein sehr lesenswertes Interview mit Erhard Stenzel führte Horsta Krum für die Zeitung junge Welt: »Ich habe vor Freude geweint«, jW-Ausgabe vom 17. August 2019, Seite 3. Erhard Stenzel ist der einzige noch in Deutschland lebende Résistance-Kämpfer.

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