Das Russische Haus muss bleiben
Erklärung des Bundessprecherrates der KPF
Am 18. August 1948 trat das Alexandrow-Ensemble der Roten Armee auf dem von Ruinen umsäumten Gendarmenmarkt auf. Der russische Solist Viktor Iwanowitsch Nikitin sang das deutsche Volkslied »Im schönsten Wiesengrunde«. Er sang es in der Sprache der Mörder von 27 Millionen sowjetischer Menschen. Aber es war eben auch die Sprache Goethes und Schillers, die Sprache der deutschen Widerstandskämpfer, die Sprache der Novemberrevolutionäre.
Aus den Ruinen des Gendarmenmarktes erwuchsen in der DDR erneut das Schauspielhaus und der Deutsche und Französische Dom. In der DDR entwickelte sich die deutsch-sowjetische Freundschaft. Sie wurde – das ist nicht übertrieben – für Millionen Menschen zur Herzenssache.
Länger als ein Vierteljahrhundert leben wir nun in einem anderen Deutschland. Und Russenhass wird wieder großgeschrieben. In der alten Bundesrepublik blieb dieser Hass mehr oder weniger unterschwellig immer existent.
Das wieder militaristisch gewordene Deutschland ertüchtigt sich, Krieg zu führen – zum dritten Mal dann gegen Russland. Angeblich macht der völkerrechtswidrige Krieg in der Ukraine diese Ertüchtigung erforderlich.
Die völkerrechtswidrigen Kriege des Westens haben die BRD nie zu einem ähnlichen Verhalten veranlasst. Vielmehr war sie als Teil der NATO mancherorts dabei.
Wenn dieses Land nicht will, dass es zum atomaren Inferno kommt, dann darf es die letzten Brücken zu Russland nicht abbrechen. Kultur war nach 1945 so eine Brücke und das Russische Haus muss so eine Brücke bleiben.
Wir fordern die Verlängerung des Vertrages mit dem Russischen Haus.