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Der Genosse Gysi irrt

Erklärung von Ellen Brombacher, Thomas Hecker, Jürgen Herold und Stephan Jegielka (Bundessprecher der KPF) und Jochen Traut (Landessprecher der KPF Thüringen)

Zu den Aussagen von Gregor Gysi im Gespräch mit Dirk-Oliver Heckmann im Deutschlandfunk am 2. Oktober 2021[1] ließe sich vieles sagen. Stattdessen verweisen wir lieber auf die Erklärung des Bundessprecherrates der Kommunistischen Plattform vom 27. September 2021 »Erste Überlegungen zum Abschneiden der LINKEN bei den Bundestagswahlen«.

Nicht unwidersprochen allerdings möchten wir seine lichtvollen Äußerungen über unseren Zusammenschluss lassen.

»Lifestyle-Linke«, so Gregor Gysi, »haben wir wirklich mehrere, kann ich nur sagen. Ich erinnere mich zum Beispiel, kommunistische Plattform hatten wir ja mal, ich glaube, da gibt’s Reste immer noch, aber entscheidend ist, als ich bei den Kalikumpeln war in Bischofferode, die hungerstreikten für ihre Jobs, nie kamen die mit. Also revolutionäre Reden konnten sie halten auf dem Parteitag, aber da waren sie nie. Also das kenne ich, dass man sich dann um die konkreten Umstände nicht kümmert.«

Der Genosse Gysi irrt. KPF-Aktivistinnen und -Aktivisten aus Thüringen waren bei den Kalikumpeln. Und uns Ehrenamtliche aus anderen Bundesländern hat Gregor – die umfangreichen logistischen Möglichkeiten eines Bundestagsabgeordneten nutzend – sicher gut vertreten. Gregor Gysi irrt sich gleich doppelt. Viele unserer Genossinnen und Genossen kümmern sich sehr wohl »um die konkreten Umstände«. Das kann und muss er nicht wissen, denn er ist ja nicht Mitglied im Bundeskoordinierungsrat, wo wir unsere Erfahrungen austauschen. Aber – er sollte dergleichen nicht behaupten.

Und was die »Reste« der Kommunistischen Plattform anbetrifft: Mehr als die gegenwärtige LINKEN-Fraktion im Bundestag sind wir allemal. »Man weiß gar nicht, wofür die Partei steht«, hat Gregor im Deutschlandfunk-Gespräch gesagt. Wir wissen es: Sie steht für die Inhalte unseres Erfurter Parteiprogramms und Kommunistinnen und Kommunisten in der LINKEN werden ihren Beitrag leisten, damit das so bleibt.

[1] »Man weiß gar nicht, wofür die Partei steht«, Gregor Gysi im Gespräch mit Dirk-Oliver Heckmann, Deutschlandfunk, 2. Oktober 2021, www.deutschlandfunk.de/interview.693.de.html

 

Horsta Krum, Berlin, schickte uns dazu am 6. Oktober 2021 folgende Ergänzung:

Dem Sprecherrat der KPF möchte ich danken für Euren Brief an unseren Genossen Gysi. Ich fühle mich durch seine Aussagen in dem Gespräch nicht nur als Mitglied der KPF, sondern auch ganz persönlich angegriffen. Denn ich bin damals nach Bischofferode gefahren, ich nicht allein, wir waren mindestens drei in meinem Auto, Ellen, ich, noch eine dritte, wahrscheinlich noch eine vierte Person. Carsten [wie Ellen bereits 1993 Mitglied im Bundeskoordinierungsrat] ist zwar nicht mit uns gefahren, aber ich weiß, dass er auch dort war. Voilà meine kleine Ergänzung zu Eurem Brief. Mit solidarischen Grüßen, Horsta.

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